Alexej Gmyrew
Ein revolutionärer Lyriker aus Russland

Alexej Gmyrew (1887, Smolensk – 1911, Cherson) war ein russischer Dichter und Kommunist, der im Jahre 1911 im Strafgefängnis Cherson in der heutigen Ukraine gestorben ist.

Er wurde 1887 als Sohn eines Eisenbahnschaffners in Smolensk in Russland geboren. Im Alter von neun Jahren verlor er seine Mutter, mit fünfzehn seinen Vater. Auf der Suche nach Arbeit zog er nach Nikolaev (heute Ukraine) und arbeitete auf einer Werft. Ab 1903 engagierte er sich in der Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands und nahm 1905 aktiv an den revolutionären Ereignissen in der Region Nikolaev teil. Aufgrund seiner revolutionären Tätigkeit wurde Gmyrew wiederholt verhaftet, im Mai 1906 wurde er in die Provinz Archangelsk verbannt. Nach seiner Flucht aus dem Exil wurde Gymrev im September 1906 erneut festgenommen und zu sechs Jahren und acht Monaten harter Arbeit verurteilt.

Bereits 1905 begann er mit dem Verfassen von Gedichten, die meist im Gefängnis entstanden sind. Während seiner Haftzeit litt Gymrew stark an der Abgeschiedenheit von der Außenwelt. Gleichzeitig glaubte er daran, dass das Streben der revolutionären ArbeiterInnenschaft nicht durch Haft und Repression aufgehalten werden könne. In seinen lyrischen Texten forderte Gymrew den Sturz des alten Systems und die konsequente Arbeit am Aufbau des Sozialismus.

Im Alter von 24 Jahren starb er im Jahr 1911 in der “Katorga” im Strafgefängnis Cherson. Ein Viertel seines Lebens hatte der revolutionäre Dichter im Gefängnis verbracht. Zu Lebzeiten veröffentlichte Gmyrew nur etwa zehn Gedichte, weitere Arbeiten erschienen erst posthum (unter anderem in der “Prawda”).

Der russische Philosoph und marxistische Theoretiker Alexander Bogdanow bezeichnete in seiner theoretischen Arbeit über proletarische Dichtung Gmyrews “Das Rote Lied” als Musterbeispiel für proletarische Lyrik. Der Komponist Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch vertonte einige seiner Gedichte, in Nikolaev wurde 1968 ein Denkmal für Alexej Gmyrew errichtet. Seine Gedichte wurden nur vereinzelt ins Deutsche übertragen.

Autor: dj/proletkult

Quellen:
Die Rote Fahne – Zentralorgan der Kommunistischen Partei Österreichs, 17. Oktober 1920, S. 4
feb-web.ru/feb/litenc/encyclop/le2/le2-5581.htm (russisch, zuletzt aufgerufen am 15. April 2020)
artkavun.kherson.ua/en-gmyrev_aleksej_mihajlovich.htm (russisch, zuletzt aufgerufen am 15. April 2020)
http://az.lib.ru/g/gmyrew_a_m/text_0030.shtml (russisch, zuletzt aufgerufen am 15. April 2020)