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Aus den Liedern der Revolution
von Unbekannt (ca. 1918)

Vorbei ist des Winters bedrückende Macht,
Es duftet nach Lenz – frisch und weich,
Das Morgenrot steigt durch den Schleier der Nacht
Empor über’m russischen Reich.

Es leuchtet, mit glutroten Strahlen verklärt,
Und hebt seine Krone zur Höh’,
Der Engel der Freiheit mit blutigem Schwert
Verkündet uns Sturm in der Näh’!

O, Sturm, sei gegrüßt! Fliege schneller daher,
Dein Haupt schüttel munter und frei!
Die riesigen Türme am Wege zerstör’.
Die uralten Wälder zerstreu’!

Erschütter das endlose Meer bis zum Grund,
Wühl’s auf bis aufs Herz, voller Macht,
Das Licht unsrer Fackel, lebendig und bunt,
Zum wütenden Brand sei entfacht!

Es wird die bereitet ein Ehrenempfang,
Schlag’ kräftig im Fluge Alarm!
Wir stimmen dir an einen Freiheitsgesang
Gar freudvoll, innig und warm!

O, [trieb?] unter die zerstobene Nacht!
Wir wollen entgegen dir zieh’n!
Als Zeichen zur völkerbefreienden Schlacht
Soll rot unsre Fahne erglüh’n!

Wir werden bewerfen mit Steinen den Feind,
Zerwühlen am Weg den Granit;
Zum Bau unsrer Festung, die Kräfte vereint,
Eilt Hilfe uns jedweden Schritt!

Vergebens der nichtige Henker uns droht,
Mit bleiernem Regen voll Wut,
Wir gehen entgegen dem elenden Tod
Zum Kampf bis ans Ende – mit Mut!