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Das Weiße Haus
von Claude McKay (1922)

Verschlossen ist einmal mehr mir eure Tür,
ich hadere scharf mit der Unzufriedenheit,
Doch sammle ich allen Mut es zu probieren,
Meine Wut zu ertragen mit Beharrlichkeit.

Brennend die heißen Platten des Gehwegs,
Die Hitze der Empörung mich kränkt und schwächt,
Ein wütender Wilder im Viertel des Privilegs,
Wo alles so scheint als wärs rein und gerecht.

Wie ich ständig doch suche nach richtiger Spur;
Tief in meiner Brust, so schwach und verletzt,
Will ich finden diese übermenschliche Natur,
Mich halten zu können an das Wort in eurem Gesetz.

Mein Herz bleibt entschieden stark, sodass es,
Überleben wird das scharfe Gift eures Hasses!

Ins Deutsche übersetzt von: dj/proletkult

Über den Autor

Claude McKay (1889, Clarendon, Jamaika – 1948, Chicago, USA)

Claude McKay war ein jamaikanischer Dichter und Schriftsteller. Er war einer der frühesten Vertreter der Harlem Renaissance, einer Bewegung afroamerikanischer Schriftsteller und Maler zwischen 1920 und 1930. Sein wichtigster Gedichtband “Harlem Shadows” erschien 1922 in den USA. Die wichtigsten Themen seiner Schriften sind das Leben der armen Bevölkerung auf Jamaika und in New York, sowie seine eigenen Erfahrungen mit rassistischer Diskriminierung und Armut.

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