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Dem neuen Kameraden
von Alexej Maschirow-Samobytnik (ca. 1913)

Wirbelnd sich die Räder drehen,
Glatt die Riemen schwirren –
Ruhig, Kamerad!

Festen Blicks sollst her du sehen,
Nichts soll dich beirren,
Ob auch Leid und Tod sich berge
Hinter blanken Stahleswerke,
Ruhig, Kamerad!

Schiedest von der Wiesen Grün,
Schiedest von Bach und Bäumen –
Ruhig, Kamerad!

Hier vollenden Menschen kühn,
Was in Sehnsuchtsträumen
Sie vergessen ließ die Not…
Tritt ins helle Morgenrot!
Ruhig, Kamerad!

Dunkle Wogen brachten her
Neues Glück uns allen –
Ruhig, Kamerad!

Sonne strahlet mehr und mehr,
Bannt der Nebel Wallen.
Festen Schrittes tritt herzu
An die wilden Riesen,
Höre ihren Lärm in Ruh;
Stärker sich ja schließen
Unsre Reihen, da sich wand
Neues Glied nun in ihr Band –
Ruhig, Kamerad!

Über den Autor

Alexej Iwanowitsch Maschirow (1884, St. Petersburg – 1943, Leningrad)

Alexej Iwanowitsch Maschirow war ein russischer Arbeiterdichter, der vorwiegend unter dem Pseudonym  “Samobytnik” veröffentlichte. Maschirow war zudem Journalist und Leiter des Leningrader Konservatoriums sowie bis zu seinem Tod Direktor des Instituts für Theater und Musik in Leningrad. Die vollständige Biografie des Arbeiterdichters gibt es hier nachzulesen. Der russische Philosoph und marxistische Theoretiker Alexander Bogdanow bezeichnete das Gedicht “Dem neuen Kameraden” von Maschirow-Samobytnik als Musterbeispiel für proletarische Dichtung.