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Den Hammer nehmt, Genossen…
von Felix Grafe (1941)

Den Hammer nehmt, Genossen,
die Sichel und den Geist!
Aus ewigen Erz gegossen
sind alle drei geschweißt.

Nie endet euer Jammer,
nie endete eure Not,
solange nicht der Hammer
euch Einheit gibt und Brot.

Solange nicht die Sichel
durch alles Morsche saust,
Wach auf, du deutscher Michel!
Den Hammer in der Faust!

Gedenke der Hekatomben
von Hitlers Henkershand!
Gedenkt der Göring-Bomben
auf friedlich freies Land!

Zerschlagt die Schreckenskammern,
die Hitler euch gebaut,
Genossen, greift zum Hammer
und wehrt euch eurer Haut!

So hämmert denn die Taten
der harten Faust und Stirn
den Blut- und Plutokraten
mit Stahl ins Herz und Hirn!

Über den Autor

Felix Grafe (1888, Humpolec – 1942, Wien)

Felix Grafe (eigentlich Felix Löwy) war ein österreichischer jüdischer Lyriker und Übersetzer. Seine ersten Gedichte erschienen 1908 in der Zeitschrift “Die Fackel” von Karl Kraus. Nach dem Ersten Weltkrieg lebte Grafe in Wien. Das hier vorliegende antifaschistische Gedicht verfasste er 1941 für die illegale KPÖ-Zeitschrift “Hammer und Sichel”. Er wurde verraten, im Sommer desselben Jahres verhaftet und im Dezember 1942 wegen “Zersetzung der Wehrkraft” und “Vorbereitung zum Hochverrat” in Wien hingerichtet.