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Proletarierjugend
von Karl Happ (ca. 1920)

Aus der Vergangenheit finsteren Mächte
sind unter Qualen herauf wir gestiegen,
lassen zum Kampfe im Frühlingswehen
trotzig nun unsere Fahnen fliegen!

Unsere Augen grüßen die Helle
neuen Tags auf verheißenden Schwingen
und wir beschreiten der Zeiten Schwelle
zukunftsfreudig zu Tat und Gelingen!

Alles was grau und verwettert geworden,
lassen wir lachend am Wege nun liegen
und unser himmelstürmendes Wollen
jauchzt in den Morgen, zu Kämpfen, zu Siegen!

Über den Autor

Karl Happ (1879, Strelno, Provinz Posen – 1943, Sobibor)

1879 in der westpreußischen Provinz Posen (im heutigen Polen) geboren, nahm Happ als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Nach Kriegsende veröffentlichte er einen Gedichtband mit Antikriegslyrik (“Zwischen zwei Gräben – Verse aus dem Krieg”). Er trat der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei und arbeitete bei der in Hamburg herausgegebenen Kommunistischen Arbeiter-Zeitung (KAZ) mit. 1920 wechselte er zur Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD), einer Abspaltung des linken Flügels der KPD. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers fand Happ Asyl in den Niederlanden, wo er mit seiner Familie im Jahr 1943 von der Gestapo festgenommen wurde. Zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn wurde Happ in das Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo sie alle kurz nach ihrer Ankunft ermordet wurden.