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Proleten
von Unbekannt (ca. 1920)

Von der Wiege bis zum Grabe,
Ohne irgendeine Habe – hungern sie.
Selbst als Frucht im Mutterleibe,
Samt dem müden Arbeitsweibe – hungern sie.
Während Faule froh genießen,
Lachend goldnen Wein vergießen – hungern sie.
Mitten unter all den Sachen,
Die nur ihre Hände machen – hungern sie.
Stets gewohnt, für Elend leben
Schweiß und Blut auch hinzugeben – hungern sie.
Stöhnend auf dem rauhen Pfade
Im verfluchten Hungerstaate – hungern sie.
Hungernd wieder Hunger zeugend,
Selbst als Frucht im Mutterleibe – hungern sie.