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Tapfer, Genossen, zum Streite!
von Leonid Radin (1896)

Tapfer, Genossen, zum Streite!
Stärkt euren Mut in der Tat,
Soll unsre Schulter, die breite,
Bahnen der Freiheit den Pfad!

Lebens- und Arbeitsgetriebe
Haben zur Welt uns gebracht;
Einigkeit, Freiheit und Liebe
Sei unser Ruf in der Schlacht!

Lang hielt der Feind uns gefangen,
Lang uns geknechtet, verhöhnt,
Tage der Schmach sind vergangen,
Feldruf der Rache ertönt.

Zeit ist’s, ergreift die Gewehre,
Eilt zur entscheidenden Schlacht,
Können denn unsere Heere
Fürchten das Trugbild der Macht?

Stürzet das Joch der Tyrannen,
Das uns so grausam gequält,
Schmückt mit der blutroten Fahne
Unsere siegende Welt!

Über den Text

Das russische Original des vorliegenden Textes (“СМЕЛО, ТОВАРИЩИ, В НОГУ!”) wurde 1896 vom Revolutionär Leonid Radin während seiner Haftzeit im Taganka-Gefängnis in Moskau verfasst. Die hier wiedergegebene deutsche Nachdichtung erschien im 1921 von der Kommunistischen Partei Österreich herausgegebenen “Liederbuch für Proletarier”. Eine bekanntere Nachdichtung des russischen Originals ins Deutsche trägt den Titel “Brüder, zur Sonne, zur Freiheit”. Der russische Dichter, Erfinder und Revolutionär Leonid Radin verstarb 1900 im Alter von nur 39 Jahren auf der Insel Jalta.